Folge 26 - Warum ist es so schwer, Grenzen zu setzen? – Ehrliche Selbstführung im Leben mit Hund

Shownotes

Bowlby, John: Attachment and Loss; Bradshaw, John: Dog Sense; Gácsi, Márta: Studien zur Mensch-Hund-Interaktion; Horowitz, Alexandra: Inside of a Dog; Miklósi, Ádám: Dog Behaviour, Evolution and Cognition; Panksepp, Jaak: Affective Neuroscience; Range, Friederike und Virányi, Zsófia: Soziale Kognition bei Hunden; Sapolsky, Robert: Why Zebras Don’t Get Ulcers; Schöning, Barbara: Verhaltensmedizin beim Hund; Topál, József: Bindungsverhalten beim Hund; Zimen, Erik: Der Hund – Abstammung, Verhalten, Mensch und Hund.

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00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zur neuen Podcast-Folge von For Lucky Paws in Zeit.

00:00:26: Willkommen zu dieser Folge.

00:00:28: heute geht es um ein Thema, das viele Menschen nicht direkt mit Hundetraining verbinden – aber eigentlich im Kern von allem steht Grenzen setzen!

00:00:39: Warum ist es so schwer, Grenzen zu setzen?

00:00:44: Vielleicht kennst du das?

00:00:45: Du weißt eigentlich, dass du deinem Hund eine Grenze setzen solltest und tust es trotzdem nicht.

00:00:51: Oder du setzt eine Grenz und fühlst dich danach aber schlecht oder du bist inkonsequent und weißt vielleicht selbst nicht genau warum.

00:01:01: Und genau darum soll es heute gehen!

00:01:04: Warum ist es so schwer, Grenzen zu setzen?

00:01:07: Wo sind deine eigenen Grenzen?

00:01:12: Welche Grenzen setzt du aus Liebe, welche Grenzen setzst du vielleicht aus Angst?

00:01:17: Und die vielleicht wichtigste Frage bist du ehrlich mit deinen eigenen Grenzen.

00:01:25: Mach es dir bequem und sei heute ruhig ein bisschen ehrlich mit dir selbst!

00:01:47: Sie zeigen bis hierhin und nicht weiter.

00:01:50: Das ist okay, und das nicht!

00:01:54: Für deinen Hund sind Grenzen sogar etwas sehr wichtiges – sie geben Sicherheit, sie machen Verhalten vorhersehbar und sie reduzieren Stress.

00:02:05: aber für uns Menschen fühlen sich Grenzen oft anders an hart unangenehm Konflikt behaftet.

00:02:15: Und genau hier beginnt das Problem.

00:02:18: Denn wenn sich Grenzen für dich unangenehm anfühlen, wirst du sie vermeiden.

00:02:25: Das heißt man geht um den Konflikt rum und man vermeidet Situationen.

00:02:31: Man stellt sich nicht bestimmten Situationen.

00:02:34: vielleicht ist die Situation anderen für sich auch unangnehm.

00:02:37: nicht nur das Grenzen setzen sondern auch die Situation können wir vielleicht schlecht aushalten, schlecht halten Und damit ist es für unseren Hund schwierig, weil der Stress erhöht wird.

00:02:54: Wir werden unvorhersehbar und es entsteht Unsicherheit in der Situation.

00:03:06: Stell dir einmal eine ehrliche Frage Wo sind deine Grenzen im Zusammenleben mit deinem Hund?

00:03:15: Ich meine nicht die Grenzen, die du vielleicht gerne hättest Sondern die Grenzen, die du tatsächlich und wirklich auch lebst.

00:03:25: Zum Beispiel darf dein Hund dich anspringen.

00:03:29: Darf er an der Leine ziehen?

00:03:32: Darf Er Entscheidungen alleine treffen?

00:03:35: Darft er deine Signale ignorieren?

00:03:39: Und dann kommt der wichtigste Punkt.

00:03:41: Grenzen die du nicht konsequent umsetzt existieren für deinen Hund nicht.

00:03:48: Das heißt, dein Hund lernt nicht aus deinen Gedanken oder deinen guten Vorsätzen.

00:03:54: Er lernt ausschließlich aus deinen Handlungen!

00:03:58: Das bedeutet wenn du heute etwas erlaubst und morgen nicht mehr dann gibt das aus Sicht deines Hundes noch keine klare Grenze.

00:04:08: Und genau hier entsteht dann oft Chaos im Alltag Nicht weil der Hund Stur ist sondern weil ihm einfach die Orientierung fehlt.

00:04:20: Und manchmal überschlagen wir uns auch, wir wollen perfekt sein, streben nach irgendwelchen Idealen und dabei verlieren wir ganz oft ein wenig den Blick fürs Ganze.

00:04:34: damit meine ich dass wir ganz viele Signale und Kommandos durchsetzen wollen.

00:04:39: Wir wollen das die Hunde sich so verhalten wie es in unserem Bild perfekt wäre.

00:04:45: Und wenn wir das alles durchsetzen wollen, da überall eine Grenze setzen wollen dann wird unser Zusammenleben mit unserem Hund ganz schön stressig.

00:04:56: Bis hin zu gar nicht mehr menschlich weil ich am Ende alles jedes mal Umsätzen durchsetzen müsste.

00:05:03: Ich müsste jedes Mal konsequent sein und Am ende sind wir alle Menschen.

00:05:09: Wir haben auch gute Tage.

00:05:10: Wir haben schlechte Tage und manchmal wäre es dann fast sinnvoller, dem Hund heute keinen Sitzkommando zu geben.

00:05:19: Wenn ich weiß dass ich keine Motivation und gerade vielleicht auch gar kein Kopf habe das ganze fair nachvollziehbar und konsequent für meinen Hund durchzusetzen Und dann hab' ich's Kommando am Ende tatsächlich lieber gar nicht gesagt als dass ich mich unglaubwürdig mache Da machen wir uns das Zusammenleben mit dem Hund oft schwerer als es tatsächlich ist, indem wir zu oft Signale verwenden ohne dass das eine Konsequenz hat.

00:05:51: Ohne dass wir's nachhalten Wenn wir zum Beispiel in die Pubertät unserer Hunde zurückdenken.

00:05:58: oder vielleicht isst euer Hund auch gerade in der Pubertäd.

00:06:02: Da werden so viele Fragen gestellt.

00:06:05: Viel einfacher wäre es sich vorher schon zu überlegen was mir wirklich wichtig.

00:06:11: Wo sind meine Grenzen?

00:06:13: Und die halte ich nach und setze sich um.

00:06:17: Alles andere lasse ich vielleicht auch einfach mal links liegen.

00:06:21: Frage ist erst gar nicht ab oder schenkt dem auch im ersten Moment gar keine Beobachtung?

00:06:31: Warum fällt es uns denn überhaupt so schwer, Grenzen zu setzen?

00:06:36: Dann kommen wir ganz schnell zum Kern!

00:06:49: haben Angst vor Ablehnung, verwechseln Liebe mit Nachgeben.

00:06:56: Es kann eine eigene Unsicherheit geben, es kann zur Konfliktvermeidung

00:07:01: dienen.".

00:07:04: Die Angst vor ablehnungen – das ist was, was oft unbewusst passiert!

00:07:08: Viele Menschen haben da Unbewusst-Angst.

00:07:11: Wenn ich meinem Hund eine Grenze setze mag er mich vielleicht weniger und das klingt vielleicht erst mal irrational Aber emotional ist es sehr real.

00:07:24: Die Verwechslung von Liebe und Nachgeben, vielleicht denkt man wenn ich meinen Hund liebe darf ich ihn nicht einschränken.

00:07:33: aber das Gegenteil ist oft wahr.

00:07:35: Liebe zeigt sich auch in klarer Führung Wenn die eigene Unsicherheit dahinter steckt, wenn du selbst nicht sicher bist was ist richtig?

00:07:47: Wie reagiert man richtig?

00:07:50: Wo liegen meine Grenzen wirklich?

00:07:53: Wenn man sich da selber unsicher ist, dann kann man auch keine klare Grenzen setzen.

00:07:58: Und wir haben noch die Konfliktvermeidung.

00:08:00: Grenzen bedeuten im ersten Moment erstmal eine kurzfristige Spannung und viele Menschen vermeiden genau das.

00:08:10: aber keine Grenze ist langfristig belastender als ein kurzer Konflik.

00:08:18: Das ist etwas, was man sich immer wieder bewusst machen muss und Grenzen setzen.

00:08:23: Wohlwollend, fair, nachvollziehbar für den Hund kann eine echte Entlastung sein!

00:08:39: Und jetzt wird es ehrlich... Grenzen aus Liebe fühlen sich meistens so an.

00:08:57: Sie sind ruhig, klar, innerlich stimmig!

00:09:01: Du setzt sie nicht um zu kontrollieren sondern um zu führen.

00:09:06: Im Gegensatz dazu fühlen sie sich grenzenausangst oft angespannt, hektisch überkontrollierend an.

00:09:14: Sie entstehen aus Gedanken wie das darf auf keinen Fall passieren.

00:09:19: Ich muss das unbedingt verhindern Und dein Hund spürt genau diesen Unterschied.

00:09:25: Grenzen aus Liebe geben Sicherheit, Grenzen von Angst geben Unsicherheit.

00:09:38: Bin ich mit meinen eigenen Grenzen wirklich ehrlich?

00:09:43: Bist du ehrlich mit deinen Grenzen?

00:09:46: Das ist vielleicht die wichtigste Frage dieser Folge!

00:09:50: Oder passt du deine Grenzen an – an Erwartungen und anderen Menschen An das Bild, wie es vielleicht sein sollte.

00:09:59: Vielleicht sagst du, dass darf mein Hund nicht aber innerlich bist du unsicher oder inkonsequent und genau das merkt dein Hund – nicht bewusst, aber auf einer emotionalen Ebene sehr klar!

00:10:11: Unehrliche Grenzen wirken unscharf.

00:10:14: Ehrliche Grenzen wirkten klar.

00:10:16: Da sind unsere Hundeware Meister im Differenzieren.

00:10:20: Wenn du Grenzen setzt, passiert etwas im Nervensystem bei dir und deinem Hund.

00:10:26: Wenn du klar und ruhig bist, bleibt dein Nervenystem reguliert – dein Hund kann sich orientieren!

00:10:33: Wenn du angespannt bist, stark deinen Stresslevel, dein Hund reagiert stärker und verhalten wird unruhiger.

00:10:40: Das bedeutet am Ende geht es nicht darum was du tust sondern wie du es tust Was du fühlst Ob du dahinter stehst, ob du es so meinst wie du es tust.

00:10:58: Du kannst immer nur so klare Grenzen setzen, wie du dich selbst führen kannst!

00:11:05: Da kommen wir zum Zusammenhang von Selbstführung und Führung.

00:11:10: Wenn du innerlich unsicher bist, emotional schnell reagierst, dich selbst nicht regulieren kannst wird sich das am Ende in deiner Führungen zeigen.

00:11:22: Grenzensetzen beginnt immer zuerst bei dir.

00:11:26: Doch wie kann ich jetzt lernen, klare Grenzen zu setzen?

00:11:32: Da gibt es verschiedene Punkte die einem dabei helfen.

00:11:35: Am Ende ist das ein Prozess.

00:11:37: Das ist nichts was sich mal eben auswendig lernen kann und wenn ich es so mache wird es funktionieren.

00:11:43: Im ersten Schritt wird man sich über seine eigenen Grenzen bewusst nicht theoretisch sondern konkret im Alltag.

00:11:53: Lass diese Frage, wo sind meine Grenzen?

00:11:56: Im Alltag mal mitlaufen.

00:11:58: Mach dir Notizen dazu.

00:12:00: vielleicht lässt du deine Gedanken immer wieder dorthin wandern und bist mal aufmerksam bis sensibel dafür Und dann beginnst du vielleicht kleine und klare Regeln aufzustellen nicht alles auf einmal sondern Schritt für Schritt.

00:12:19: Ganz wichtig ist, dass du dabei ruhig bleibst.

00:12:22: Deine Energie ist entscheidend!

00:12:25: Nächsten Schritt hältst du deine Grenze nicht perfekt aber verlässlich und du reflektierst dich immer wieder – nicht nur deinen Hund sondern auch Dich.

00:12:37: Und am Ende braucht es die Ballons.

00:12:39: Grenzen sind nicht hart, Grenzen Und vielleicht geht es am Ende gar nicht darum, perfekt Grenzen setzen zu können sondern ehrlich.

00:12:59: Vielleicht nimmst du dir nach dieser Folge einen Moment Zeit.

00:13:02: wo sind deine echten Grenzen?

00:13:04: Wo lebst Du sie wirklich?

00:13:05: Wo lebst Du sie vielleicht schon?

00:13:07: Wo libst Du Sie noch nicht?

00:13:09: Denn genau dort beginnt Deine Klarheit und genau dort entsteht dann echte Verbindung!

00:13:16: Nicht durch Kontrolle, nicht durch Nachgeben, sondern durch ehrliche Führung Wohlwollend, nachvollziehbar und fair.

00:13:31: Danke dass du zugehört hast.

00:13:32: ich freue mich auf die nächste Folge und wünsche euch eine schöne Zeit!

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